Ein Drittel aller Deutschen spielt in „Illegalen online Casinos“

Illegale Casinos

Da hat die Löwen Entertainment, eine Tochter von Novomatic, die in Deutschland Sportwetten anbietet und auch die Admiral Spielhallen betreibt, ins Wespennest gestochen. Denn das Unternehmen hat eine Umfrage veröffentlicht bei der man sich über das Glücksspielverhalten in Deutschland erkundigt hat. Und über ein Drittel, genauer 36 Prozent haben in den letzten 12 Monaten Online Glücksspiel gemacht. Und die Befragung ging noch weiter: 75 Prozent der Automatenspieler sind überzeugt, dass sie das legal gemacht haben, 21 Prozent glaubten dass Glücksspiel nicht staatlich geregelt sei und nur wenige wissen dass es, so zumindest die Rechtsausrichtung der Bundesrepublik illegal ist. Wobei diese Illegalität von vielen Juristen angezweifelt wird, weil die Casinos ja eine europäische Lizenz haben. Und Spieler werden auch nicht von der Staatsanwaltschaft juristisch verfolgt.

Die Studie ist aber, meiner Meinung nach, schon sehr bemerkenswert, denn sie zeigt wie weit verbreitet das Online Glücksspiel bereits ist. Denn wenn man die 1004 befragten auf die Bundesbevölkerung hochrechnen würde, dann würden über 25 Millionen Deutsche im Internet Glücksspiel betreiben. Das ist deutlich mehr als bei der letzten Wahl CDU oder CSU gewählt haben. Und diese Gruppe wird von der Bundesrepublik immer noch in einen rechtlichen Graubereich getrieben, weil man kein vernünftiges und realistisches Glücksspielgesetz auf die Beine bekommt.

Die Länder, die die Glücksspielgesetzgebung inne haben, negieren das zumeist. Als Schleswig Holstein einen Vorstoß zu einem vernünftigen Gesetz unternommen hatte, wurde das Land isoliert (und hat bald keine Lizenzen mehr vergeben). Und dass ist nicht nur moralisch bedenklich, weil man die eigenen Bürger potentiell in Schwierigkeiten bringt, sondern auch rechtlich. Denn die Europäische Komission als Wettbewerbshütterin kritisiert die deutsche Vorgangsweise immer wieder. Eine neue Reform der Glücksspielregeln, die in Sachen Online Sportwetten einen wichtigen Schritt nach vorne darstellt, wurde zuletzt von der Komission als unzureichend gerügt. Alles was den Ländern dabei in Sachen online Casinos eingefallen ist, war „dass man dagegen vorgehen wolle“.

Hessens Innenminister Peter Beuth sieht nun die Zeit zum Handeln gekommen. „Spieler können in einem unregulierten Markt nicht effektiv geschützt werden, und den Ländern entgehen zudem erhebliche Steuer-Einnahmen“, sagte Beuth weiter. „Kein Mensch versteht, warum Geldspielgeräte mit einem hohen Marktanteil von mehr als 50 Prozent in Gaststätten und Spielhallen erlaubt sind, obwohl sie das höchste Suchtpotential bergen, aber Online-Poker und Casinospiele weiterhin verboten sind. Und er macht Druck. Wenn es bis 2019 kein vernünftiges Gesetz gäbe, dann werde Hessen ein eigenes Glücksspielgesetz machen.

Auch Löwen-Entertainment kritisiert im übrigen das Gesetz. Es sei voller Wunschdenken und es fehle am Realitätssinn. Die Folge sei, dass Arbeitsplätze in Deutschland verloren gehen, weil die Anbieter eben ins Ausland wechseln. Etwas was ich von ganzem Herzen nur unterstützen kann – wer in Gibraltar oder Malta mal mit den deutschen „Locals“ geredet hat, weiß dass der Großteil in der Glücksspielbranche untergekommen ist.