EPT Barcelona – ein Highlight der Poker-Tour

EPT Barcelona

Die European Poker Tour gehört zu den wichtigsten Turnierreihen in der Welt des Pokers. Sie wird von Pokerstars seit vielen Jahren veranstaltet und sorgt immer für volle Tische. Hier messen sich die besten Profis – zu den europäischen Stars mischen sich meist auch noch ein paar bekannte Namen aus den USA. Einer der wichtigste Stopps der Tour ist Barcelona. Hier waren in den 13 Tour-Jahren fast immer die Auftakt-Turnier. Auch die EPT Saison 2016/17 wurde in Barcelona im am Hafen gelegenen Casino Barcelona gestartet und ich durfte wieder mal dabei sein und für diverse News-Seiten berichten. Und ein bisschen gespielt habe ich auch – aber leider mit mäßigem Erfolg. Aber Schwamm drüber.

Barcelona ist immer ein Highlight der Tour. Dazu trägt schon einmal die fantastische Stadt bei, in der gespielt wird: nirgendwo sind die Nächte länger und schöner und vielen Pokerspielern, die zum ersten Mal in der Stadt sind, steckt schon am ersten Turniertag die Party in den „Las Ramblas“ in den Knochen. Das nutzen natürlich auch einige Haie aus – deshalb sind auch die Cash-Game-Tische, die abseits der großen Turniere im Casino angeboten werden, recht „haiverseucht“ und nichts für Einsteiger.

Und auch die Turniere haben es in sich – denn neben den Online Qualifikanten sind auch die Turnier-Profis vor Ort. So wurde dieses Jahr richtige Superstars wie etwa Daniel Negreanu, Jason Mercier, Andre Akkari, Georg Danzer, Chris Moorman oder auch Shaun Deeb gesehen – gefürchtete Namen, mit denen man nicht gerne am Tisch sitzt. Andererseits gibt es wohl kaum einen Sport, bei dem man auch als Amateur den Stars so nahe kommen kann und so sieht man bei der EPT immer wieder Spieler, die sich erst ein Autogramm holen und dann gleich versuchen ihr Idol knallhart zu bluffen.

Neben dem Main Event gibt es übrigens auch noch kleinere und größere Turniere (was den Einsatz anbelangt) – dazu kommen Parties, Cash Game und skurille Wetten, die die Profis untereinander austragen. Und auch prominente Namen aus anderen Bereichen sind vor Ort – so spielte auch Barcelona Profi Gerard Pique beim Main Event mit.

Denn Main Event gewann übrigens ein ganz interessanter Spieler. Der 21-jährige Pole Sebastian Malec hatte sich von einem 27 Euro Qualifier bei Pokerstars bis nach Barcelona gespielt und dort legte der junge Mann eine richtige Talentprobe ab. Der Online Spieler zeigte dabei sehr starke Nerven und ließ sich auch am Final Table nicht durch die laufenden Kameras, die vielen Fans und das viele Geld irritieren. Im Heads-Up hatte er zwar auch mal so richtig Glück, als sein Gegner der aus Israel stammende Uri Reichenstein, ein sehr erfahrener Spieler, mit einem schlechten Hero-Call den jungen Mann zurück ins Spiel brachte – aber er spielte auch richtig gut. Mal schauen, ob es sich hier um ein „One Hit Wonder“ oder um einen Mann mit Zukunft handelt.

Mein persönlich schönster Moment war aber, als das deutsche Poker „WunderkindFedor Holz, den 50.000 Euro Highroller Event gewann und 1,3 Millionen Euro kassierte. Fedor hat letztes Jahr noch seinen Rücktritt aus der Pokerwelt angekündigt und hat seither fast 12 Millionen Dollar gewonnen: und er scheint die Höchstform von der Poker-Weltmeisterschaft zu bewahren. Die deutschen Fans haben sich jedenfalls königlich gefreut und es wurde richtig lang gefeiert: in den Ramblas sind die Nächte lang. Gut, dass ich am nächsten Tag erst spät raus musste 😉