Buchmacher und Politik-Wetten

Trump und Clinton

Buchmacher und Politik-Wetten

Die Skisaison steht vor der Tür und so war ich am Wochenende in den österreichischen Bergen um mit Freunden die ersten Schwünge zu ziehen. Das ging vor allem auf den mit Kunstschnee präparierten Pisten – sonst ist der Winter noch nicht richtig in die Alpenrepublik eingezogen. Aber ich möchte mich mit einem anderen Thema beschäftigen – der Politik bzw. Wetten auf die Politik. Denn es ist mir dieses Jahr eines aufgefallen – die Buchmacher liegen richtig weit daneben. Und das sollte man eigentlich ausnutzen, um richtig schönes Geld zu verdienen. Ich will das mal an drei Beispielen erläutern.

Der Brexit und die britischen Buchmacher

Das Wetten auf Wahlen und andere Ereignisse wird in England immer populärer. Und die Buchmacher hatten in der Vergangenheit spektakuläre Erfolge. Als bei der letzten Unterhauswahl die Meinungsforscher und die Presse von einem Kopf an Kopf Rennen von Labour und den Konservativen ausgingen, war etwa Ladbrokes bereits klar von einem Sieg der Konservativen überzeugt und die Wettquoten dafür lagen nur bei 1,3. Sie behielten recht. Und die Medien reagierten auf die Quoten der Buchmacher. Lange Zeit waren diese beim Brexit der Meinung, dass es knapp aber doch für ein „Remain“ der Briten in der EU aussah. Kurz vor der Abstimmung fielen dann die Quoten aber – der Brexit wurde zum riesigen Außenseiter. Die Medien berichteten – und das Pfund legte zu, weil viele Analysten beruhigt waren – England würde in der Europäischen Union bleiben. Das Ende der Geschichte ist bekannt. 100 Euro auf einen Brexit hätten an die 400 Euro gebracht!

Donald Trump wird US-Präsident

Auch die US-Wahlen waren kein Ruhmesblatt für Meinungsforscher und Buchmacher. Donald Trump wurde seit seinem Start immer belächelt. Wer während des Vorwahlkampfes der Republikaner auf „The Donald“ als Präsident setzte, konnte Quoten jenseits der 100 erreichen. Aber auch als es zum Zweikampf zwischen Trump und Clinton kam, blieben die Buchmacher bei ihrer Haltung. Sie setzten bis zuletzt auf Hillary Clinton. Trumps Quoten waren niemals schlechter als 2,7 – damit war er immer der große Außenseiter. Da hätten sich Wetten gut gelohnt.

Präsidentenwahl in Österreich

Und am Wochenende wurde in Österreich der Bundespräsident gewählt. 11 Monate haben die Ösis Wahlkampf erdulden müssen, weil eine Wahl aufgehoben und die Wiederholungswahl dann verschoben wurde: eine Tortur, wie mir meine Kollegen aus den Alpen berichteten. Die Buchmacher waren sich Anfang der Woche einig – mit Norbert Hofer wird ein Rechtspopulist in die Hofburg, den Amtssitz des österreichischen Präsidenten einziehen. Immerhin legten die Rechtspopulisten überall zu und der grüne Konkurrent von Hofer, Alexander van der Bellen, wirkte doch schon etwas müde. Der Mann ist ja auch über 70. Aber die Buchmacher lagen daneben – am Sonntag gewann van der Bellen recht deutlich.

Nicht Buchmacher schuld

Das ist aber nicht, wie man vielleicht glauben würde, die Schuld der Buchmacher. Denn die passen die Quoten normalerweise an, wenn auf eine Seite besonders viel gewettet wird. Ziel ist es immer im Plus zu sein – egal wer gewinnt. Aber wie beim Fussball ist auch in der Politik jeder ein vermeintlicher Experte. Und so mancher riskiert dann auch ein wenig Geld, in der Überzeugung, dass das eine sichere Investition ist.

Ich überlege mir jedenfalls zukünftig ein wenig gegen die Trends zu wetten – da könnte Geld drinnen sein. Die französische Präsidentenwahl könnte da ja recht spannend werden – Außenseiterin Marine LePen liegt bei 3,5: da wird aber wohl noch mehr gehen. Vertraut mir – ich bin Experte 😉 LOL.