Virtual Reality Roulette - Die dritte Dimension

Mann mit Virtueller Brille

Online Casinos waren oft die technischen Vorreiter für Entwicklungen, die später das ganze Netz ergriffen. So war das Online Glücksspiel eine der ersten Branchen, die sich gezielt im Internet entwickelte. Auch grafische Oberflächen, Gaming Apps und die Vermischung des „Real Life“ mit Online Produkten (Live Dealer Casinos) waren Trends, die in den Online Casinos sehr früh erkannt und umgesetzt wurden.

Jetzt scheint ein neuer Quantensprung in der Entwicklung der Online Casinos bevorzustehen – die Online Casinos wollen die virtuellen Welten erobern. Aber nicht etwa einfach nur „parallele“ Online-Welten, wie etwa das schon lange in Vergessenheit geratene „Second Life“: sondern echte Welten zum anschauen und angreifen. Möglich soll das durch die VR-Datenbrillen, wie etwa die Oculus Rift, in Kombination mit Datenhandschuhen werden.

Virtuelles RouletteVorreiter ist hier einmal mehr der Brachenprimus Microgaming. Das Unternehmen gehört du den Softwareanbietern für Casinos der allerersten Stunde. In den letzten Jahren hat man sich mit der hervorragenden Microgaming Quickfire Plattform in Sachen Casino am Handy wieder in die aller erste Reihe der Anbieter katalpultiert, nachdem man zuvor scheinbar den Anschluss verloren hatte.

Das soll dem Unternehmen nicht mehr passieren. Und so setzte man jetzt einen weiteren Schritt in die Richtung der Zukunft der Online Casinos. Auf der ICE „Totally Gaming“ Messe in London, einer der renommiertesten Fachmessen der Gaming-Industrie, stellte Microgaming einen Prototypen für Virtual Reality Roulette vor. Damit war man bei der Messe, die von fast 30.000 Fachbesuchern gestürmt wurde, das Thema des Tages.  Auch ich habe mir das auf der Messe angeschaut.

Mit Datenbrille direkt an den Tisch

Virtual Reality Roulette funktioniert auch am Prototypen schon super – die lange Wartezeit zum Ausprobieren hat sich auf jeden Fall gelohnt. Wenn man das neue Roulette spielen will, bekommt man erst einmal die Oculus Rift DK2 aufgesetzt und am Arm trägt man den Leap Motion 3-D Kontroller. Der Datenhandschuh ermöglicht es dann, am Tisch die Chips selber auf die jeweilige Zahl zu setzen. Grafisch ist die neue virtuelle Welt noch recht simpel gestaltet: der Croupier wird von einem Roboter dargestellt, der Roulette-Tisch war im Weltraum angesiedelt. Aber die Gelegenheit sich umzublicken und mittels Hand Dinge zu verschieben oder eben zu setzen – das hat auf jeden Fall etwas. Sobald Brillen wie die Oculus Rift Standard sind, wird man hier wohl viele Möglichkeiten erhalten: auch andere Spiele dürften von dem „Mehr“ an Realität profitieren.

Leider hatte man als Messebesucher nur wenig Zeit zum Ausgiebig spielen. Aktuell scheint mir VR Roulette noch kein Killer-Feature, aber die Entwicklung hat ja auch gerade erst begonnen. Trotzdem hat man dafür bereits Preise eingeheimst: nach der Ankündigung 2015 erhielt Microgaming für das Projekt den Digital Gaming Innovation Award bei den Global Gaming Awards 2015. Weitere Preise werden wohl mit Sicherheit noch eintrudeln.

Mit Microgaming in die Zukunft

Microgaming hat im Zuge des Messe-Auftrittes und auch danach, weitere „Zukunftsanwendungenangekündigt. So werde man sich neben der „Virtual Reality“ auch der „Augmented Reality“ (also der computergestützen Erweiterung der Realität, wie sie etwa Google Glass vorantreibt) verschreiben. Und außerdem werde man Anwendungen für Wearables entwickeln. Allerdings lässt sich das Unternehmen aktuell noch nicht zu sehr in die Karten blicken. Auf Nachhaken am Messestand erntete man zwar viel freundliche Lächeln, aber außer Aussagen wie „Sie werden schon sehen.“ Oder „Sie werden begeistert sein.“ Konnte man nur wenig erfahren.

Spannende Zeiten also, die uns bevorstehen – und ich werde auf jeden Fall dran bleiben.