Donald Trump: von AC nach DC

Reno, Las Vegas, Atlantic City and Trump

Donald Trump: von AC nach DC

 

Am Freitag wurde Donald Trump angelobt. Und wie viele andere Menschen hier in Deutschland habe ich das Ganze in einem leichten Schockzustand beobachtet. Aber es ist nun mal wie es ist – und so habe ich mich auch ein wenig informiert, was Trump für die Online Casinos bedeuten könnte: vielleicht gibt es ja hier gute Nachrichten für das Internet Glücksspiel?

 

Immerhin waren die USA bis 2006 (da wurde ein erstes Gesetz gegen Online Glücksspiel) bzw. sogar bis 2011 (da wurden dann zahlreiche Poker-Anbieter vom Markt geschmissen) einer der weltweit wichtigsten Märkte für Online Casinos, Poker und Sportwetten. Und auch heute bieten noch viele Anbieter Glücksspiel für Amerikaner im Internet an – und das obwohl den Besitzern der Casinos in den USA sogar Haftstrafen drohen. In den letzten Jahren gab es erste Schritte zur Legalisierung – so gibt es Online Poker in einzelnen Bundesstaaten und auch Casinos fassten Fuß.

 

Die Amerikaner spielen ja an und für sich sehr gerne – der Erfolg von Las Vegas und Reno in Nevada, Atlantic City (AC) in New Jersey und zahlreicher Casinos in Indianerreservaten beweist das. Und der 45. Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, war viele Jahre Besitzer des legendären Taj Mahal Casinos in Atlantic City. Das ist seit einem knappen Jahr pleite – wobei Trump nicht mehr Besitzer war, was er gerne betont.

 

Aber das weckte auch erste Hoffnungen auf mehr Verständnis für Glücksspiel. In Sachen Online Glücksspiel dürften die für US-Amerikaner aber eher wenig begründet sein. Denn im Berater-Team und Umfeld von Trump finden sich zwar einige Proponenten der amerikanischen Glücksspielindustrie – aber keine Befürworter von Online Casinos.

 

Da wäre einmal Sheldon Adelson, Besitzer der Las Vegas Sands Corporation – mit einem Vermögen von 31 Milliarden Dollar ist er das Schwergewicht unter den Casino Mogulen. Er hat den Trump Wahlkampf im zweistelligen Millionen-Bereich unterstützt und lehnt Online Glücksspiel komplett ab.

 

Auch Carl Icahn, Steve Wynn und Phil Ruffin gelten als einflussreiche Einflüsterer des Präsidenten. Ruffin, ihm gehört das Treasure Island in Las Vegas, ist ein persönlicher Freund und Wynn, dem mehrere Casinos in Vegas und Macao gehören – er hat Trump nicht offiziell unterstützt, ist aber oft im Umfeld gesehen worden.

Am interessantesten ist Carl Icahn – er ist der wahrscheinlich berühmteste Akquisistion-Hai der Welt – er kaufte sich bereits bei zahlreichen Unternehmen ein, übte Druck auf, den Wert schnell zu steigern (Personalabbau, Merger etc.) und verkaufte dann gewinnbringend. Gordon Gecko, aus dem berühmten Film Wall Street, soll an Carl Icahn angelehnt sein, der kurz vor dem Film die Fluglinie TWA kaufte und sofort begann wertvolle Firmenanteile abzustoßen. Icahn machte, angeblich, sogar aus dem ersten und zweiten Bankrott der Fluglinie noch Geld.

 

Icahn ist der Berater von Trump für „Regulatory Affairs“, also auch das Glücksspiel. Und eines seiner Unternehmen ist die Tropicana Group (die Casinos in Las Vegas besitzt). Er ist wahrscheinlich der entscheidenste Puzzle-Stein: wenn Icahn glaubt, dass Amerikaner (so wie er) mit Online Casinos Geld verdienen können, dann besteht eine Chance auf eine Legalisierung. Aber Trumps „America First“ Politik wird wohl dazu führen, dass das Geschäft in Richtung USA gelenkt wird – die großen europäischen Online Casinos werden wohl nur via Beteiligungen mitnaschen können.