Trump und Las Vegas

Trump und Las Vegas

Donald Trump wird der 45. Präsident der USA. Hat eine Zeit lang gedauert, bis dass so richtig zu mir durchgesickert ist. Und ganz ehrlich: am Anfang habe ich mir vor allem gedacht, wie wohl der nächste USA-Besuch verlaufen wird. Noch längere Security Checks? Alle Amis plötzlich bewaffnet und superpatriotisch? Oder einfach nur „Business as usual“? Die Zukunft wird es zeigen.

Interessant ist aber Trumps Wahlsieg sicher in Sachen Glücksspiel und vielleicht auch in Sachen online Glücksspiel. Immerhin hat „The Donald“ keine Berührungsängste zum Glücksspiel. Er war ja unter anderem Besitzer des Taj Mahal in Atlantic City, New Jersey, der großen Spielerstadt an der Ostküste. Andererseits sind das nicht die Kapitel aus seiner Vita, die der mutmaßliche Milliardär gerne in der Öffentlichkeit bespricht. Denn das Engagement endete in der Pleite.

Noch weiß man wenig. Die Politik Trumps steht ja in vielerlei Hinsicht noch in den Sternen. Aber einige amerikanische Glücksspielexperten bzw. Seiten haben sich mit dem Thema bereits beschäftigt. So etwa Rafi Farber auf calvinayre.com, einer Seite, die sich vor allem mit den Geschäfts-Aspekten rund ums Glücksspiel beschäftigt. Farber gibt auch schon erste Börsentipps ab. Er empfiehlt Aktien der kleineren und mittelgroßen amerikanischen Spielbankenbetreiber wie etwa MGM (fast schon groß) oder Empire Resorts zu erwerben.

Denn er glaubt, dass das Spiel in Las Vegas wieder anziehen wird. Er glaubt aber auch, dass ein Handelskrieg mit China bevorsteht. Das könnte die „Big Player“ wie etwa Las Vegas Sands oder Wynn betreffen, die ja auch in Macao viele Casinos betreiben. Farber glaubt, dass er zwischen die Mühlsteine des anlaufenden Handelskrieg geraten könnten: sie sind ein leichtes Opfer, denn viel Sympathie mit Casino-Milliardären hat Otto Normalverbraucher ja nicht. Langfristig ist Farber übrigens eher pessimistisch – denn die Schuldenpolitik Trumps, die er bevorstehen sieht, wird, so seine Meinung, die Inflation so stark ankurbeln, dass nach langer Zeit wieder einmal sichtbar ist, warum eine niedrige Inflationsrate lange Zeit der Wunschtraum aller Politiker auf der Welt war.

Der Online Poker Report hat sich ebenfalls mit Trump beschäftigt. Und hier kommt man zum klaren Schluss, dass Trump für Online Glücksspiel mehr Fluch als Segen sein dürfte. Denn Dustin Gouker, der Autor des Berichts, ist überzeugt, dass Trumps pro Online Poker Statements vor einigen Jahren wenig Gewicht haben, wenn man sieht wer den „President Elect“ finanziell unterstützt hat. Da ist nämlich Sheldon Adelson, CEO von Las Vegas Sands, einer der großen Spender. Und der Unternehmer, dessen Gruppe zu den größten Glücksspielkonzernen der Welt gehört, ist ein klarer Gegner von Online Glücksspiel. Deshalb glaubt man beim Online Poker Report, dass es sogar schlimmer werden könnte und Online Poker auch in den Bundesstaaten wo es derzeit legal ist (etwa New Jersey) wieder illegal werden könnte.

Spannende Zeiten liegen jedenfalls vor uns – ich bin schon gespannt, wie wir in einem Jahr darüber denken und reden werden. Was meint ihr eigentlich – Trump: Gut oder Schlecht (für Online Glücksspiel)