Schweiz schottet sich ab

Casino Netzsperre Schweiz

Die Schweiz hat sich dieser Tage ein neues Geldspielgesetz, also ein Glücksspielgesetz gegeben. Und das sind schlechte Nachrichten für Online Casino Spieler, denn die Schweiz schottet sich von den Online Casinos ab. Denn das neue Gesetz sieht massive Netzsperren für Online Casinos vor. Mit dem Nationalrat hat das umstrittene Gesetz nach dem Ständerat auch eine zweite Kammer durchlaufen: wobei die Diskussion hier sehr viel aufgeregter war. Denn die Netzsperren sind, so etwa SVP Politiker Mauro Tuena „Zensur“ – „Ich komme mir vor wie in Nordkorea oder China“, wetterte der Zürcher Politiker. Und auch die Schweizer Grünen sprachen sich dagegen aus, auch wenn man keinesfalls Fan von Geldspielen sei.

Denn es ist starker Tobak, was hier beschlossen wurde: die Schweizer Spielbanken Betreiber, vertreten durch den Casino Verband, hatten zuletzt starke Einbussen hinnehmen müssen: und klar analysiert. Das Geschäft geht ins Internet. Und diese Konkurrenz hat man sich jetzt mittels eines Gesetzes vom Hals geschafft, dass diese Konkurrenz ausschalten und das eigene Geschäft wieder stärken soll. Nichts also mit „Spielerschutz“ oder ähnlichem, was auch hier wieder mal von den defacto-Monopolisten vorgeschoben wurde. Und viele Gegner des Gesetztes fürchten, dass damit die Tore für weitere Begehren geöffnet worden sind: immerhin ist ja das Internet der Gegner einiger Branchen. Schwarzseher befürchten schon, dass Schweizer zukünftig keine Online Buchungs-Portale oder Online Shops mehr erreichen können. Denn jetzt müssen viele Schweizer IT-Anbieter die Möglichkeiten für Netzsperren entwickeln und wer weiß, wie diese in Zukunft genutzt werden. Ganz allgemein agieren jedenfalls bisher vor allem autoritäre Regime wie eben die angesprochenen Staaten China oder Nord-Korea mit Netzsperren (wobei Nordkorea hier noch viel weiter geht). Keine schmeichelhafte Nachbarschaft in die sich hier die Schweiz begibt.

Die Befürworter sehen das ganz anders: es gehe ausschließlich um Spielerschutz. Online Glücksspiel sei einfach gefährlicher. Wobei das Online Glücksspiel für die scheinbar „harmloseren“ Schweizer Anbieter ein Stück weit geöffnet wird, ein Widerspruch der kaum angesprochen wird.

Schwer vorauszusehen, was jetzt passiert. Noch sind keine Sperren im Netz aufgetaucht. Und sie sind via IP-Changer auch von Laien sehr einfach zu umgehen. So hat etwa der Opera Browser die Möglichkeit zur Veränderung des VPN-Zuganges direkt vorinstalliert.

Wobei sich die Frage stellt, wie die Online Casino Anbieter damit umgehen werden. Es ist zu erwarten, dass einige Anbieter, vor allem diejenigen die an den Börsen gehandelt werden, schon bald keine Schweizer Spieler mehr akzeptieren werden. Und die bestehenden Kunden aus der Schweiz könnten bald abgewiesen werden.

Der Schutz von Spielsüchtigen ist natürlich eine wichtige Sache. Aber hier scheint es mehr um die wirtschaftlichen Interessen einer kleinen, aber mächtigen, Lobby zu gehen, die hier darauf hofft ein Geschäft zurückzuholen, welches man verloren hat, weil man sich als träger und weniger kundenfreundlich als die Online Konkurrenz erwiesen hat. Das kann nicht der richtige Weg sein. Und das Aussperren von Teilen des Internets ist für eine moderne Demokratie wie die Schweiz beschämend.