Rom ist nicht Las Vegas

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Das ist das Motto unter das die Bürgermeiterin von Rom, Virginia Raggi eine Kampagne gegen das Glücksspiel gesetzt hat. Sie will das Spielautomaten und Videopoker aus Bars, Traffiken und Einkaufszentren verschwinden, wo sie heute stark präsent sind. Und auch die Spielotheken sollen weit schärfer kontrolliert werden. Raggi möchte unter anderem, dass es kein Glücksspiel im Umkreis von 500 Metern von Schulen, Sportzentren und Kirchen geben soll: wer Rom kennt, weiß dass da nur mehr wenig Platz übrig bleibt. Zumindest im Zentrum.

Außerdem sollen die verbliebenen Spielautomaten von 10 bis 14 und 18 bis 22 Uhr sowie Sonntags nicht in Betrieb sein dürfen. Wer das ignoriere, der verliere die Lizenz. In Italien nimmt der Staat derzeit 8,8 Milliarden Euro an Glücksspielgeldern ein. Mit der neuen Regelung könnte, das in Rom bald weniger werden: denn das Internet lockt, wobei viele Online Casinos derzeit für Italiener geblockt sind.

Ich fand das aber auch noch aus einem ganz anderen Grund eine spannende Geschichte. Denn mit dem alten Rom, also der Zeit der Römer, verbinden wir doch auch ein Leben der Reichen mit Müssiggang und, unter anderem, Glücksspiel. Immerhin wurden in Pompeij unter anderem Würfel spielende Menschen in der Lava-Asche verewigt.

Das ist aber in Wahrheit etwas anders gewesen. Denn Glücksspiel war schon im alten Rom verboten und verpönt, wie ich bei meiner Recherche festgestellt habe. Wetten war erlaubt und beliebt – aber für anderes Glücksspiel gab es über Jahrhundert strenge Gesetze. Historiker glauben aber, dass man die nicht besonders ernst genommen hat. Die Ädilen, eine Art gewählte Polizisten, die für die Kontrolle zuständig gewesen wären, nahmen das Gesetz wohl selber wenig ernst.

Und so kam es, dass das Glücksspiel zwar von moralisch bewegten römischen Autoren, immer wieder in den Dunstkreis des Verbrechens und in dunkle Hinterzimmer platziert. Aber man weiß heute, dass selbst viele Imperatoren, wie etwa Augustus, Claudius, Nero selber gerne gespielt haben.

Eine Woche war übrigens schon das antike Rom „Las Vegas“. Denn während der Saturnalien waren alle moralischen Gesetze außer kraft gesetzt. Es durfte gespielt werden und Wein wurde in Massen getrunken. Und die Sklaven waren den Freien für diese Zeit freigestellt. Das Fest fand übrigens zwischen dem 17. und 23. Dezember statt und war auch ein Fest des Schenkens und Beschenken – das wäre doch was: zu Weihnachten öffentlich zocken.