Cupping - Schröpfen als Trend

Cupping

Wir kennen sie doch alle – die Filme, die im Mittelalter spielen und bei denen ohnehin schon geschwächte Menschen mit Schröpfen Blut entnommen wird. Das Schröpfen galt lange als der Inbegriff der medizinischen Rückständigkeit. Aber dann tauchen bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 plötzlich durchtrainierte Spitzensportler auf, die kreisrunde Flecken auf der Haut aufweisen. Was sie gemacht haben, wird schnell klar: Cupping – deutsch Schröpfen genannt.

Michael Phelps, Serien-Olympiasieger ist das bekannteste Beispiel, aber auch viele andere Sportler griffen zur Methode. Und auch von Hollywood-Stars und Sternchen hört man immer wieder, dass sie zur Methode greifen: zapfen die wirklich Blut ab.

Es ist ein bisschen anders. Denn die meisten wenden dabei das „trockene Schröpfen“ an. Dabei werden auf den Reflexzonen (wenn man dran glaubt) oder auf anderen gewählten Stellen Gläser angebracht, bei denen mittels Hitze am oberen Ende ein Unterdruck entsteht.  Die Haut wird angesaugt: was danach übrigbleibt schaut aus wie ein runder Knutschfleck. Bewirken soll es zum Einen eine schneller Schmerzlinderung (das ist für Spitzensportler wichtig), aber auch eine verbesserte lokale Durchblutung oder sogar eine Infektionshemmende Wirkung. Verhärtete und schmerzende Muskel können so ebenso behandelt werden, wie Asthma, Migräne, Bluthochdruck, Verdauungsprobleme oder auch Depressionen.

Das blutige Schröpfen, macht eigentlich niemand mehr: da wird dann in die angeschwollene Stelle geschnitten – dadurch entweicht Blut. Wer das macht, macht es an entzündeten Stellen. Das ist aber mehr als umstritten.

Warum schreibe ich jetzt darüber? Na ja, klar, was die Sportstars so machen, findet schnell auch den Weg in die Fitness-Studios und auch mir wurde die Methode schon wärmstens empfohlen. Aber ich bin da skeptisch. Denn medizinisch bewiesen ist das Ganze nicht und ich bin da eher ein „nüchterner“ Mensch. Außerdem schaut es einfach nicht gut aus. Da kümmert man sich jahrelang um den perfekten Bade-Body und dann macht man lauter Flecken drauf, als ob ein Oktopus angegriffen hätte? Ne, das ist nichts für mich.

Jetzt habe ich aber von einer dritten Methode gehört: der Schröpfkopfmassage. Dabei werden die Gläser verwendet um damit neben der Wirbelsäule zu massieren. Der leicht saugende Effekt sorgt dafür, dass die Massage um einiges intensiver ist. Und wenn man es nicht zu heftig anwendet, sollten auch die „Knutschflecke“ nur in Ausnahmefällen auftreten. Das lasse ich mir eher einreden. Hat jemand aus meiner Leserschaft schon Erfahrungen damit gemacht: ich brauche etwas Zuspruch (oder auch eure Horror-Geschichten) damit ich den Schritt auch wirklich wage!