Agrophotovoltaik – Gemüsefeld mit Sonnenkraftwerk

Agrophotovoltaik

Agrophotovoltaik ist ein ziemlich sperriges Wort, aber dahinter verbirgt sich eine Idee die wirklich genial ist. Denn hier wird die Produktion von Nahrungsmitteln, in dem Fall Gemüse, mit der Stromerzeugung gekoppelt. Genial eigentlich.

Das Thema ist aktuell besonders angesagt, weil aktuell in Baden Württemberg, genauer gesagt am Bodensee, eine Versuchsanlage an den Start geht. Darüber berichten aktuell viele Zukunftsblogs aber auch ganz biedere Webseiten, die sich mit der Energieerzeugung an und für sich beschäftigen, widmen dem Projekt viel Aufmerksamkeit . Und auch in ganz normalen Medien, wie etwa dem Wirtschaftsblatt, ist das Ganze ein Thema.

Jetzt fragt sich vielleicht so mancher Leser. Na und? Was ist daran so genial. Aber da sollte man sich das Ganze nochmals gut überlegen. Denn bisher waren die Landwirtschaft und die Stromerzeuger eher Feinde: riesige Felder mit Sonnenkollektoren fielen meist für die Bewirtschaftung aus oder dienten lediglich als Futtermittelwiesen. Auf gut Deutsch: da wuchs nur Heu.

Aber mit der Agrophotovoltaik werden nicht nur beste Gemüsefelder zusätzlich für die Energieerzeugung genutzt, sondern sie werden auch in Sachen Nahrungsmittelproduktion immer noch sehr gut genutzt. Denn der Pflanzenertrag wird etwas leiden: immerhin nehmen die Kollektoren Licht und auch Wasser. Aber das wird durch die Stromerzeugung mehr als wett gemacht. Das Versuchsfeld am Bodensee ist 2,5 Hektar groß und wird Strom für 62 Haushalte liefern: die Spitzenleistung liegt bei 190 KWp (Kilowattpeak). Sollte es Stromüberschüsse geben, dann wird der ganz regulär ins Netz eingespeist.

Angebaut wird Weizen, Kleegras, Kartoffeln und Sellerie. Die Forscher von der Universität Hohenheim (bei Stuttgart) wollen nämlich herausfinden, welche Pflanzen am Besten geeignet sind. Dazu werden die Pflanzen vermessen und 32 Klimastationen auf dem Feld messen, wie sich Lichteinfall und ähnliches ändert. Drei Jahre lang will man jetzt Erfahrungen machen.

Persönlich berührt mich dieses Projekt vor allem deswegen, weil ich eigentlich gerne auf ein E-Auto wechseln würde. Aber beim aktuellen Strommix in Deutschland ist das mehr eine Augenauswischerei. Und da wären derartige Anlagen toll. Und da mein Großvater Bauer war, weiß ich auch, wie schön es für die Landwirte wäre, wenn sie ihr Einkommen etwas aufbessern könnten. Denn aktuell arbeiten sie viel und hart und können dann doch nur mit Zuwendungen von der EU überleben: das könnte sich so ändern. Ich werde jedenfalls genau schauen, was am Bodensee so herauskommt!